Branchen-News vom Freitag, 2. Januar 2026
PV ueberholt Braunkohle, 2.000 Kilometer neue Leitungen
Markt & Preise
Photovoltaik hat 2025 erstmals die Braunkohle bei der Nettostromerzeugung überholt und belegt nun Platz 2 hinter Windkraft — ein historischer Wendepunkt in der deutschen Energiestatistik. EnBW zieht die Konsequenzen und trennt sich vollständig von seinen Braunkohlekraftwerken, was den strukturellen Rückzug konventioneller Großversorger aus fossilen Kapazitäten beschleunigt.
Regulierung
Die Bundesnetzagentur hat 2025 Genehmigungen für rund 2.000 Kilometer neue Stromleitungen erteilt — ein deutliches Signal für den notwendigen Netzausbau angesichts wachsender erneuerbarer Einspeiseleistung. Gleichzeitig sorgt eine restriktive Praxis mancher Netzbetreiber für Unmut: Anschlüsse werden teils nur noch mit Nulleinspeisung genehmigt, was Fachanwalt Sebastian Lange als rechtlich problematisch einordnet — Betreiber von PV-Anlagen sollten ihre Ansprüche kennen und ggf. rechtlich durchsetzen.
Technologie
Container-basierte Batteriespeichersysteme rücken stärker in den Fokus: Im aktuellen pv magazine Podcast beleuchtet Maximilian Münnicke die Skalierungspotenziale mobiler Großspeicher — relevant für gewerbliche PV-Anlagen und Netzstabilisierung. Cybersicherheit wird als wachsender Schlüsselfaktor für PV-Anlagen identifiziert, da vernetzte Wechselrichter und Monitoring-Systeme zunehmend Angriffsflächen bieten.
Branche
Das Beispiel Curaçao zeigt, wie eine Inselwirtschaft mittels PV-Ausbau bis 2040 Klimaneutralität erreichen könnte — ein Modellprojekt, das Blaupausen für dezentrale Energieversorgung auch in europäischen Regionen liefert.
Fazit
2025 markiert einen echten Strukturbruch: PV-Anlagen sind zur zweitstärksten Stromerzeugungsquelle Deutschlands aufgestiegen, während Braunkohle weiter zurückgedrängt wird. Der stockende Netzanschluss und Cybersicherheitsrisiken bleiben jedoch operative Hürden, die Branche und Regulierung gemeinsam adressieren müssen.
Unsere 7 Quellen
Dieses Briefing wertet täglich 7 Fachquellen der Energiebranche aus. Alle Quellen sind frei zugänglich.