Branchen-News vom Mittwoch, 18. Februar 2026
Das Netzpaket dominiert die politische Debatte und könnte fundamentale Errungenschaften der Energiewende – insbesondere den Einspeisevorrang – gefährden. Gleichzeitig sendet der Markt mit über einem Gigawatt PV-Zubau im Januar und wachsenden Innovationen bei Floating-PV klare Wachstumssignale. Regulatorische Unsicherheit bleibt das zentrale Risiko für Investitionen in 2026.
Regulierung Das geplante Netzpaket sorgt branchenweit für Alarm: Der Entwurf rüttelt am Einspeise- und Anschlussvorrang für Erneuerbare Energien, was BSW Solar und der Bundesverband Windenergie (BWE) als europarechtlich unzulässig einstufen. Parallel dazu steht das AgNes-Verfahren zur Debatte, das PV- und Windanlagen künftig zu Einspeisenetzentgelten verpflichten könnte – ein weiterer regulatorischer Eingriff, den die Branche scharf ablehnt. Ex-Staatssekretär Michael Kellner forderte öffentlich, den Einspeisevorrang unangetastet zu lassen. BSW Solar warnt zudem vor einem „regulatorischen Bremsmanöver" für die Bürgerenergie.
Markt & Preise Der PV-Ausbau startete stark ins Jahr: Im Januar 2026 wurden 1.012 Megawatt neu installierte Leistung registriert. Im Speichermarkt konsolidiert sich die Branche weiter – Terralayr übernimmt Big Battery Deutschland vollständig und stärkt damit seine Position im Großbatteriespeicher-Segment. Der österreichische Markt gewinnt Aufmerksamkeit: Cloover tritt nun auch dort in den PV-Finanzierungsmarkt ein.
Technologie Schwimmende Photovoltaikanlagen gewinnen an Dynamik: Erdgas Südwest startet eine Floating-PV-Anlage zur Direktversorgung eines Betonsteinwerks, während in Iffezheim der offizielle Baubeginn einer weiteren schwimmenden Anlage gefeiert wurde. Eine neuartige Blendschutzfolie macht zudem den Betrieb einer Photovoltaikanlage direkt am Flughafen Brüssel möglich – ein Durchbruch für bisher ausgeschlossene Standorte.
Branche Bundeswirtschaftsministerin Reiche vertrat Deutschland beim IEA-Ministertreffen mit den Schwerpunkten Energiesicherheit, Nachhaltigkeit und Rohstoffe – ein Signal für eine weiterhin aktive internationale Energiepolitik.
Fazit Das Netzpaket dominiert die politische Debatte und könnte fundamentale Errungenschaften der Energiewende – insbesondere den Einspeisevorrang – gefährden. Gleichzeitig sendet der Markt mit über einem Gigawatt PV-Zubau im Januar und wachsenden Innovationen bei Floating-PV klare Wachstumssignale. Regulatorische Unsicherheit bleibt das zentrale Risiko für Investitionen in 2026.
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