PV-Anlage lohnt sich oder nicht? Der ehrliche Rechner
Die ehrliche Antwort: In den meisten Fällen lohnt es sich
Ja, eine Photovoltaik-Anlage lohnt sich in Deutschland 2026 — in den meisten Fällen. Aber nicht bedingungslos. Ob sie sich für Sie rechnet, hängt von drei Faktoren ab: Ihrem Stromverbrauch, der Dachausrichtung und dem Anteil des Stroms, den Sie selbst nutzen.
Wir zeigen Ihnen die Rechnung — ohne Schönfärberei.
Das Rechenbeispiel: 5 kWp Anlage, Familie mit mittlerem Verbrauch
Ausgangslage:
- Jahresverbrauch: 4.500 kWh
- Anlage: 5 kWp, Süd-Dach 30° Neigung, Standort Mitteldeutschland
- Investition: 7.500 € (ohne Speicher)
- Strompreis: 30 ct/kWh
- Einspeisevergütung: 8,11 ct/kWh (EEG 2023, bis 10 kWp)
Jahresrechnung:
| Position | Menge | Preis | Wert |
|---|---|---|---|
| Eigenverbrauch (30 % von 5.000 kWh) | 1.500 kWh | 30 ct | 450 € |
| Einspeisung (70 % von 5.000 kWh) | 3.500 kWh | 8,11 ct | 284 € |
| Jahresertrag gesamt | 734 € |
Amortisation: 7.500 € ÷ 734 € ≈ 10,2 Jahre
Bei 25 Jahren Anlagenlebensdauer bleiben nach Amortisation noch 14–15 Jahre mit ~730 € Jahresertrag — also ca. 10.000–11.000 € Nettogewinn auf eine Investition von 7.500 €.
Die effektive Rendite: 5–7 % pro Jahr auf die Investition.
Wann lohnt sich PV besonders?
Hoher Eigenverbrauch
Der selbst genutzte Strom erspart Ihnen den Kauf zum vollen Strompreis (30 ct), während eingespeister Strom nur 8–14 ct Vergütung bringt. Je mehr Sie selbst verbrauchen, desto besser die Rendite.
Drei Faktoren erhöhen Ihren Eigenverbrauch erheblich:
Wärmepumpe: Heizwärme tagsüber aus PV-Strom erzeugen. Eigenverbrauchsquote steigt auf 45–60 %.
Wallbox für Elektroauto: Fahrzeug tagsüber laden, wenn die Sonne scheint. Eigenverbrauchsquote steigt um weitere 10–15 Prozentpunkte.
Batteriespeicher: Überschüsse aus dem Mittag für Abend und Nacht speichern. Eigenverbrauchsquote steigt auf 60–80 %.
Hoher Strompreis
Bei 35 oder 40 ct/kWh ist jede selbst erzeugte Kilowattstunde entsprechend mehr wert. Die Amortisation verkürzt sich um 1–2 Jahre gegenüber 30 ct.
Gute Dachausrichtung
Ein Süd-Dach mit 30–35° Neigung erreicht ~100 % des möglichen Ertrags. Ost-West-Dächer liegen bei 80–85 %, Flachdächer mit Aufständerung bei ~90–95 %.
Wann lohnt es sich weniger?
Nord-Dach: Ertrag nur 50–60 % eines Süd-Dachs — Amortisation verlängert sich auf 14–18 Jahre. Nur bei sehr niedrigem Anschaffungspreis oder besonderer Förderlage sinnvoll.
Sehr geringer Eigenverbrauch: Ein Ferienhaus, das nur sporadisch bewohnt wird, oder ein Haushalt, der tagsüber kaum Strom verbraucht, hat eine sehr niedrige Eigenverbrauchsquote. Ohne Speicher bleibt kaum mehr als die Einspeisevergütung.
Sehr kleines Dach (unter 3 kWp): Fixkosten für Netzanmeldung, Elektriker und Planung fallen gleich an — der Ertrag ist gering. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist deutlich schlechter.
Sanierungsbedürftiges Dach: Wenn das Dach innerhalb von 10 Jahren erneuert werden müsste, entstehen Zusatzkosten für Ab- und Wiederaufbau der PV-Anlage (typisch 1.500–3.000 €).
Wie der Strompreis die Rendite beeinflusst
| Strompreis | Jahreswert Eigenverbrauch (1.500 kWh) | Gesamtjahresertrag | Amortisation |
|---|---|---|---|
| 25 ct/kWh | 375 € | 659 € | 11,4 Jahre |
| 30 ct/kWh | 450 € | 734 € | 10,2 Jahre |
| 35 ct/kWh | 525 € | 809 € | 9,3 Jahre |
| 40 ct/kWh | 600 € | 884 € | 8,5 Jahre |
Basis: 5 kWp Anlage, 7.500 € Investition, 30 % Eigenverbrauchsquote, 284 € Einspeisevergütung fix.
Was Studien sagen
Das Fraunhofer ISE (Institut für Solare Energiesysteme) kommt in aktuellen Analysen zu dem Schluss: PV auf Einfamilienhäusern ist in Deutschland heute in fast allen Szenarien wirtschaftlich. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann die Amortisation eintritt.
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