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Photovoltaik30. Mai 20267 Min Lesezeit

Strangauslegung PV-Anlage: Modul und Wechselrichter richtig kombinieren

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Wer eine PV-Anlage plant, stößt früher oder später auf die Frage: Wie viele Module darf ich hintereinander in einen Strang schalten? Zu wenige, und der Wechselrichter arbeitet nicht im optimalen MPPT-Bereich. Zu viele, und die Spannung im Winter übersteigt die zulässige DC-Eingangsspannung — ein sicherer Weg, die Garantie zu verwirken oder schlimmer.

Was ist ein Strang?

Ein Strang (englisch: String) ist eine Reihenschaltung von PV-Modulen. Die Spannungen der einzelnen Module addieren sich, die Leistung multipliziert sich mit der Modulzahl. Mehrere Stränge können parallel an einem MPPT-Eingang des Wechselrichters zusammengeführt werden.

Warum macht Temperatur den Unterschied?

Die Spannung eines PV-Moduls ist temperaturabhängig: Je kälter das Modul, desto höher die Leerlaufspannung (Voc). Im Winter kann ein Modul mit 41 V Voc bei −10 °C locker auf 46 V kommen — mit 20 Modulen im Strang sind das 920 V statt 820 V. Wenn der Wechselrichter maximal 900 V DC verträgt, ist das ein Problem.

Gleichzeitig sinkt die MPP-Spannung (Vmp) bei Hitze. Im Sommer bei 70 °C Zelltemperatur kann Vmp um 15–20 % fallen — und damit unter die MPPT-Untergrenze des Wechselrichters rutschen, wenn zu wenige Module im Strang sind.

Rechengrundlage

Die Formel ist einfach: Spannungskorrektur = STC-Wert × Temperaturkoeffizient × (Betriebstemperatur − 25 °C).

Winter-Worst-Case (Voc): −10 °C Modultemperatur. Maßgeblich für die Maximalanzahl Module — die Strangspannung darf weder MPPT-Max noch die absolute DC-Max-Spannung überschreiten.

Sommer-Worst-Case (Vmp): 70 °C Zelltemperatur. Maßgeblich für die Minimalanzahl — die MPP-Spannung muss über dem MPPT-Minimum bleiben, damit der Wechselrichter den optimalen Arbeitspunkt findet.

Wenn kein Temperaturkoeffizient im Datenblatt steht, werden Näherungswerte verwendet: −0,28 %/K für Voc und −0,32 %/K für Vmp (typisch für monokristalline Module).

Strangauslegungs-Rechner

Trag die Werte aus dem Modul-Datenblatt und dem Wechselrichter-Datenblatt ein. Alle Werte stehen in den technischen Spezifikationen — bei voltfair direkt auf der Produktseite.

Die Ergebnisse verstehen

Module min./Strang: Weniger Module würden die MPP-Spannung im Sommer unter das MPPT-Minimum drücken. Der Wechselrichter würde den Strang dann gar nicht oder mit stark reduzierter Effizienz betreiben.

Module max./Strang: Mehr Module würden die Voc im Winter über die zulässige Eingangsspannung heben. Das ist kein theoretisches Risiko — Frostnächte mit klarem Himmel und guter Einstrahlung am Morgen können genau diesen Zustand erzeugen.

Empfohlene Stranganzahl: Berechnet aus der mittleren Modulanzahl pro Strang und der angegebenen Gesamtleistung. Dient als Orientierung — die finale Planung berücksichtigt auch die Ausrichtung, Dachfläche und mögliche Verschattung.

Was der Rechner nicht ersetzt

Die Strangauslegung ist ein Schritt in der Gesamtplanung, kein Ersatz dafür. Verschattungsanalyse, Kabelquerschnitt, Schutzeinrichtungen und die Anzahl der MPPT-Eingänge des Wechselrichters kommen dazu. Für die endgültige Planung lohnt sich der Gang zu einem qualifizierten Installateur.

FAQ

Was passiert, wenn die Voc-Grenze überschritten wird? Im besten Fall schaltet der Wechselrichter den Eingang ab (Überspannungsschutz). Im schlechteren Fall entsteht ein Schaden an den Eingangsmodulen oder der Wechselrichter fällt dauerhaft aus. Hersteller lehnen in solchen Fällen Garantieansprüche ab.

Kann ich Module verschiedener Leistungsklassen in einem Strang mischen? Nicht empfehlenswert. Der Strang arbeitet immer auf dem Niveau des schwächsten Moduls. Gemischte Stränge führen zu Ertragseinbußen und erschweren die Fehlerdiagnose.

Wie viele Module in einem Strang sind typisch? Bei deutschen Einfamilienhäusern mit 400–450 Wp Modulen und einem 10-kW-Wechselrichter (MPPT 200–800 V) liegen typischerweise 10–18 Module pro Strang. Der Rechner liefert die genaue Bandbreite für die konkrete Kombination.

Brauche ich für jeden MPPT-Eingang eigene Stränge? Nicht zwingend, aber sinnvoll bei unterschiedlicher Ausrichtung oder Verschattung. Mehrere Stränge an einem MPPT-Eingang sind möglich, solange sie gleich ausgerichtet und unverschattet sind.

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